Jan Grigioni Segelfliegen 2008

Jan hebt ab...

Eine Alternative zum Wintersport, die Segelflugschulung!

Eine wirklich tolle Alternative zum Wintersport bietet die Segelflugschulung bei der Segelfluggruppe Bad Ragaz. Ich habe diese faszinierende Sportart zu meinem Hobby gemacht und erzähle nun ein bisschen aus den Anfängen meiner „Segelfluglaufbahn“.

"Das Flugzeug ist wohl eine Maschine, indes welch ein unendlich fein empfindendes Gerät! Ihm verdanken wir die Entdeckung des wahren Gesichts unserer Erde." Antoine de Saint-Exupéry

Nun was ist eigentlich Segelfliegen?
Segelflug ist ein Sport, der vom ersten Tag an Spass macht. Ob beim ersten Start mit dem Fluglehrer, beim ersten Allein- oder Streckenflug oder gar auf Wettbewerben; die prickelnde Faszination ist immer wieder neu und lässt einen nicht mehr los.
Der Segelflug ist das Fliegen mit Segelflugzeugen, als Motorsegler zugelassenen Segelflugzeugen mit Klapptriebwerk, segelflugfähigen Motorseglern oder mit "ultraleichten" Segelflugzeugen.

Bei dieser Art des Fliegens wird versucht Aufwinde auszunutzen, und deren Energie in Höhe oder Fahrt umzusetzen. Dieses Prinzip wird bei allen motorlosen Luftsportarten verwendet.

Prinzipiell kann jedes Flugzeug auch ohne Motor im Gleitflug gesteuert werden, wobei der Normalflugzustand beibehalten werden kann. Das ist selbst bei tonnenschweren Verkehrsflugzeugen der Fall. Auch die Landung eines Space Shuttle erfolgt im Segelflug!

Was muss ich tun um selber segelfliegen zu können?
Die Segelfluggruppe Bad Ragaz betreibt im Winterhalbjahr eine Flugschule mit 5 gruppeninternen Fluglehrern im Nebenamt und gruppeneigenem Flugmaterial.

Gemäss Vertrag mit der Gemeinde hat die Flugschule die Erlaubnis vom 1. November bis zum 31. März Grundschulung mit Platzvolten durchzuführen. Aus diesem Grund beginnt die Schulung Mitte Oktober mit der Einweisung in die Infrastruktur auf dem Platz und den ersten Einführungsflügen. Die praktische Ausbildung findet jedes Wochenende am Samstag von 08:00 bis 18:00 und am Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr statt.
Theorie
Die theoretische Ausbildung begleitet die praktische Ausbildung und wird an nicht fliegbaren Wochenendtagen sowie an speziell vereinbarten Abenden unter der Woche durchgeführt.
Sie beinhaltet die folgenden Fächer:

• Luftrecht
• allgemeine Luftfahrzeugkenntnis

• Flugleistungen und Flugplanung
• menschliches Leistungsvermögen
• Meteorologie
• Navigation 
• Betriebsverfahren
• Grundlagen des Fluges

Voraussetzungen:
Psychisch: Damit in den knapp 6 Monaten die Ausbildung abgeschlossen werden kann, muss ein gutes Mass an Enthusiasmus mitgebracht werden. Am besten: Begeisterung für das Fliegen, genügend Zeit über die Wochenenden zum Fliegen und an einigen Abenden um die Theorie zu lernen.

Physisch: Wer keine schwerwiegende körperliche Behinderung hat, kann meistens auch ein Segelflugzeug fliegen. Von Vorteil ist eine normale Fitness und zum Zeitpunkt der fliegerischen Aktivitäten keine nachweisbaren Mengen von Alkohol oder anderen Drogen. Voraussetzung für die Erteilung des Lernflugausweises ist ein fliegerärztliches Attest. Die Liste der Vertrauensärzte wird bei der Anmeldung abgegeben.

Meine Eindrücke der Schulung und die ersten Alleinflüge
Als ich zum ersten Mal in einem Segelflieger sitzte, ich vorn, der Fluglehrer hinten faszinierte mich das Fliegen sofort. Ganz ohne Motor einfach in der Luft zu gleiten!
Wir hebten mit dem Schleppflugzeug ab und klinkten das Seil nach einiger Zeit aus. Ich schaute mich um, sah Bad Ragaz und die ganz verschneiten Bergen. Dann wurde ich wieder in die Realität zurückgeholt: „So und jetzt flieg mal eine Kurve rechts“, hiess es vom Fluglehrer. Ich versuchte es so gut wie ich es schon konnte und der Fluglehrer korrigierte wo nötig. Später nach einigen Übungen musste ich mich auf die Landung konzentrieren. Auch hier schritt der Fluglehrer ein, wo nötig.
So und viele andere Flüge machte ich während meiner Schulung im Winter 2007/08 in Bad Ragaz. Nebst mir meldeten sich noch sieben andere Schüler an. Die Kameradschaft war, und ist immer noch, sehr gut. Wir büffelten zusammen die Theorie und gaben einander Flugtipps, machten auch mal zusammen in der Freizeit was und das stärkte den Zusammenhalt nur noch mehr.
Mein erster Soloflug, also ganz ohne Fluglehrer, nur ich und mein Flugzeug, werde ich wohl nie mehr vergessen.
Ich hob mit einem Einsitzer mit der Schleppmaschine Maule MX 7 ab und hielt das Flugzeug stabil bis zum Ausklinken. Danach machte ich einige Kurven, flog nach Mels und zurück, und bereitete mich auf die Landung vor. „Hier oben ist die Freiheit wohl doch grenzenlos...“ , dachte ich mir.
Nachdem die Landung reibungslos geglückt war, hatte der Boden mich wieder. Ich wurde von meinen Kameraden beglückwünscht zum ersten Soloflug und ich fühlte mich grossartig.
Als die theoretische und die praktische Prüfung absolviert waren, war ich über glücklich. Endlich konnte ich alleine, ohne ständige Beobachtung vom Fluglehrer, losfliegen!
Mein erster Flug nach der Prüfung war einfach genial. Ich flog nach Davos, kreiste über dem Dorf und hielt mich gute 4 Stunden in der Luft.

Alles in allem würde ich diese Schulung jedem und jeder empfehlen! Ich bereue es nicht, diesen Schritt gewagt zu haben.
Die Kameradschaft ist sehr gut, die Fluglehrer sind spitze und die ersten Soloflüge vergisst man so schnell sicher nicht mehr!

Wer sich nun angesprochen fühlt oder sich weiter informieren will, soll sich entweder bei mir melden (grigioni@deep.ch) oder direkt auf folgende Homepage gehen: www.sg-badragaz.ch oder www.lsze.ch

Jan Grigioni
grigioni@deep.ch